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Betteltanz in Raisting
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Termin

Dieser Brauch ist am Montag, 17. Oktober 2011.


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Seit mehreren Generationen findet jedes Jahr am Kirchweihmontag in Raisting, Landkreis Weilheim-Schongau, der Betteltanz statt.

Ablauf

Vorbereitungen

Aus dem Kreis der ledigen Burschen im Dorf werden ca. zwei Monate vor dem Kichweihwochenende zwei als Ruatenbuam bestimmt (ledig, über 18 Jahre alt). Benannt sind sie nach der Rute, die sie am Kirchweihmontag mit sich tragen: eine ca. 2,5 m lange, mit Blumen und Bändern geschmückte Haselnussrute. Unter den Dorfmädchen wählen sich die beiden Ruatenbuam je ein Ruatnmella, wie es im Raistinger Dialekt heißt. Die Aufgabe der Ruatnbuam und -mella besteht darin, um Tänzer und Tänzerinnen zu "betteln" und Tanzpaare für den Betteltanz zusammen zu stellen. Die Allgemeinheit kann über ihre geheim gehaltene Auswahl nur spekulieren und erwartet gespannt, wer dieses Jahr "das Rennen" gemacht hat. Heute passiert es schon mal, dass Wunschpaare bzw. schon liierte Paare für den Nachmittag zusammen kommen.

Zum Betteltanz

Am Kirchweihmontag versammeln sich alle teilnehmenden Mädchen beim Bahnhofswirt. Dort werden sie von den Ruatenbuam abgeholt. Im Gasthaus "Zur Post" nehmen in der Zwischenzeit die Burschen im Saal Platz und warten gespannt auf das Eintreffen ihrer Tanzpartnerinnen. Unter Begleitung einer Blaskapelle ziehen die Mädchen, angeführt von den Ruatenbuam und -mella, durch das Dorf zum Festsaal.

Die Ruatenbuam verlesen nun die Namen der Tänzer und Tänzerinnen, die für diesen Nachmittag ein Paar sind. Man feiert in geschlossener Gesellschaft und die Mädchen kommen für die Zeche der Tänzer auf. Im Gegenzug heißt es dafür die ganze Zeit "Damenwahl". Gegen 18.00 Uhr hört die Musik auf und jetzt ist es an den Tänzern, die Mädchen zu einem noblen Abendessen einzuladen.

Ab 20.00 Uhr spielt wieder eine Kapelle zum Tanz auf, Das Dahmenwahlgesetz ist nun aufgehoben und alle, die Lust und Zeit haben, sind in den Festsaal eingeladen. Passen die Ruatenbuam nicht gut genug auf die Rute auf und es gelingt einem Besucher die Rute zu entführen, dann ist es an den Ruatenbuam, ihren kostbaren Stab mit der entsprechenden Menge Bier oder Wein wieder auszulösen.

Hintergrund-Infos

Entstehung

Die Entstehung des Betteltanzes in Raisting ist nicht genau überliefert. Es soll ihn schon fünf Generationen lang geben. Das Ganze erinnert an das Mailaufen in Antdorf oder an die Mailehen im Rheinland. Der frühere Zweck des rituellen Rahmens war doch bei jeder dieser Veranstaltungen, dass sich unter den jungen Leuten des Ortes Partner finden und in näheren Kontakt kommen konnten, ohne dabei gegen den dörflichen Moralkodex zu verstoßen. Statt des lockeren, unkontrollierten Treibens der Jugendlichen an Kirchweih gab es den organisierten Betteltanz mit seinen Verhaltensnormen und den gezielten Versuchen zwei Ledige im heiratsfähigen Alter zu Verkuppeln. Heute nehmen teilweise auch Paare von außerhalb an der Veranstaltung teil und solche die bereits vorher bekanntermaßen liiert sind.

Weblinks

Literatur

  • Kamphammer, Günther: Brauchtum in den Alpenländern. München 1977, S. 33.

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Diese Seite wurde zuletzt am 18. Dezember 2009 um 11:24 Uhr geändert. Diese Seite wurde bisher 2.941-mal abgerufen (to Cache).
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