Faschingsumzug in Pliening (EBE)Achtung: Dieser Artikel ist neu im brauchwiki! Die Redaktion kümmert sich so bald wie möglich darum.
Bräuche > Bayern > OberbayernBräuche > Deutschland
Bräuche > Jahreslauf > Winter
Bräuche > Lebenszyklus > Erwachsenenalter
Bräuche > Lebenszyklus > Jugend
Bräuche > Weltlich > Feste
Ziehen Sie den roten Marker auf die Stelle oder geben Sie hier einen Ortsnamen ein
( Ortsname, Land oder Long,Lat )
eingetragene Orte
Details/Wechseln
Verbreitungsgebiet
Zoom mit MausradDer Plieninger Faschingsumzug findet jedes Jahr an Faschingsdienstag in der Gemeinde Pliening im Landkreis Ebersberg (Oberbayern) statt.
Ablauf
Treffpunkt
Die Mitglieder der ortsansässigen Vereine treffen sich jedes Jahr am Faschingsdienstag um 14.00Uhr vor dem Haus der Familie Sterzer. In der schmalen Spielstraße sammeln sich die bunt dekorierten Wagen, die jedes Jahr versuchen, sich gegenseitig in ihrer Pracht und Ausgefallenheit zu übertrumpfen. So ist es möglich, einen Wagen voller Schlümpfe anzutreffen oder von einer Herde Fledermäusen erschreckt zu werden. Auch erste Schaulustige sind schon vorzufinden. Nachdem sich alle mit kostenlosen Getränken und selbstgebackenen Kuchen in der Garage der Familie Sterzer gestärkt haben, beginnt der Umzug.
Der Umzug
Wie immer wird er von Theo Sterzer, dem Organisator, und seiner Familie angeführt. Die Großfamilie überlegt sich jedes Jahr ein Motto nach welchem sich alle Familienmitglieder verkleiden. Hier werden keine Kosten und Mühen gespart, um die drei Generationen der Familie in Szene zu setzen. Sogar die Kleinsten der stetig wachsenden Familie (inklusive Kinderwagen) werden geschmückt, verkleidet und geschminkt.
Nur der sogenannte ‚Kini von Pliening‘, Theo Sterzer, sieht jedes Jahr gleich aus. Sein Gorilla-Kostüm gehört genauso zum Umzug, wie das legendäre Fahrrad der Familie.
Jedes Jahr wird dieselbe Route gefahren. An der ersten Kreuzung wird der Zug von zahlreichen jubelnden Zuschauern empfangen. Die verkleideten Kinder warten schon mit ihren großen Tüten und Taschen um möglichst viele der Süßigkeiten zu fangen, die von den Wägen fliegen. Nachdem der Zug die Zuschauer aufsammelte und ein bisschen weitergezog, werden alle Beteiligten mit kostenlosen Krapfen und Wienern von den ortsansässigen Bäckern und Metzgern verwöhnt. Auch eine ganze Häusersiedlung in Pliening hat an diesem Tag die Spendierhosen an. So wird ein Garagenhof kurzerhand in eine Bar umgewandelt. In mühevoll gesammelten und ausgewaschenen Joghurtbechern werden Getränke aller Art ausgeschenkt.
Der Umzug, der mittlerweile das zweite Mal die Ortsmitte überquert, neigt sich nun langsam dem Ende zu. Doch das bedeutet nicht das Ende des Faschingstreibens in Pliening. Beim Kehraus im ‚Eberlhof‘, einer großen Scheune, wird bis Mitternacht gefeiert.Auch hier hat sich eine kleine Tradition eingeschlichen. Den jährlichen Auftritt der ‚Crazy Dreams‘, der Showtanzgruppe des Ortes, die schon etliche bayernweite Titel gewonnen hat, möchte keiner der Gäste mehr missen.
Hintergrund-Infos
„Die Kinder wollten sich verkleiden und in Pliening gabs ja sonst nichts…“ So beschreibt der 66-jährige Theo Sterzer kurz und knapp die Entstehungsgeschichte des Faschingsumzugs. So entschloss sich der damalige Dreifach-Vater 1980, kurzerhand einen kleinen tragbaren Kassettenrekorder an den Kinderwagen seiner Jüngsten zu schnallen, sich und seine Familie zu maskieren und einen ausgedehnten Faschings-Spaziergang durch Pliening zu machen.
Diese Idee gefiel auch anderen Familien und so wuchs der Umzug mit jedem Jahr.
1984 gab es bereits Stände, an denen Limonade und Schnaps verteilt wurde.
Im Jahr 1988 zählte der Umzug bereits circa 100 Menschen und es wurde Kehraus in der Garage der Sterzers gefeiert.
1995 schlossen sich erstmals Vereine mit kleineren dekorierten Fahrzeugen an, was zur Folge hatte, dass erste Zuschauer des Umzugs zu beobachten waren.
Schon bald hatte der Faschingsumzug solche Ausmaße angenommen, dass Theo Sterzer ihn, 1998 bei der Gemeinde Pliening anmelden und versichern musste. Mittlerweile begleiteten fünf Vereine den Umzug und so wurde die Garage zu klein für den Kehraus. Also wurde dieser kurzerhand in den Bauhof der Gemeinde Pliening verlegt, wo er in den Jahren 1998 und 1999 stattfand.
2000 fand der Kehraus das erste Mal im ‚Eberlhof‘ statt, wo er bis heute für manchen Jugendlichen im Umkreis von 20 km das Highlight des Jahres darstellt.
Belege, Literatur
Interview mit Theo Sterzer
Kommentare
blog comments powered by Disqus
Diese Seite wurde zuletzt am 7. Oktober 2011 um 13:27 Uhr geändert. Diese Seite wurde bisher 784-mal abgerufen (to Cache).
- Brauch finden
Achtung: Dieser Artikel ist neu im brauchwiki! Die Redaktion kümmert sich so bald wie möglich darum.



