Kirchweihbaum-AufstellenAchtung: Diese Version des Artikels war noch nicht in der brauchwiki-Redaktion. Es gibt jedoch bereits eine ältere geprüfte Version.
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Zoom mit MausradDas Kirchweihbaum-Aufstellen ist der zentrale Brauch einer fränkischen Kirchweih - ob sie nun "Kirm" oder Kärwa heißt. Es findet am Kirchweihsamstag statt und ein Festzug der Kärwaburschen durchs Dorf gehört dazu.
Ablauf
Kichweihbaum-Aufstellen in Bürglein (Mittelfranken)
Der Baum wird von den Kärwaburschen am Morgen des Kärwa-Samstags ausgewählt, selbst gefällt, bis auf die Krone entastet und verziert. Er ist zwischen 25 und 30 Meter hoch und bei seiner Auswahl spielt eine Rolle, das er möglichst höher als der Baum im Nachbardorf sein soll, aber auch der Anzahl und Stärke der Kärwaburschen angemessen sein muss. Die Schnitzereien sind nicht traditionell festgelegt. Meist werden die Höhe und das Aufstelldatum eingeritzt. Bunte Bänder werden an die Krone und den Kranz gebunden, der an den Stamm gehängt wird. Auch der Kranz wird selbst gebunden. Das ist allerdings Aufgabe der "Kärwamadli".
Der Kirchweihbaum wird in einem feierlichen Zug durchs Dorf an den Platz gefahren, an dem er aufgestellt wird. Das geht heute noch genauso wie schon seit 1949. Wie den Maibaum hiefen die Kärwaburschen den großen Kirchweihbaum nur mit Hilfe von Holzstützen, den so genannten Schwalben, in Position. Das kann auch schon einmal drei Stunden dauern. Der zentrale Standort des Baumes neben einem der drei Wirtshäuser macht das Aufstellen zu einer ebenso spektakulären wie gefährlichen Aktion.
Der Baum wird dann in der Nacht von Samstag auf Sonntag von den Kärwaburschen bewacht, damit niemand aus dem Nachbardorf die Möglichkeit hat, den Baum zu beschädigen oder gar zu fällen. Warmhalten kann man sich dabei mit viel Bier und einem Lagerfeuer neben dem Baum. Sollte es doch dazu kommen, dass der Baum in dieser Nacht gefällt wird, dann muss umgehend ein neuer aufgestellt werden. In der Bürgleiner Kärwageschichte ist es dazu allerdings erst einmal gekommen. Der sonntägliche Kirchgang beendet die Zeit der Wache. Während und nach dem Gottestdienst darf der Baum nicht mehr angerührt werden.
Hintergrund-Infos
Die Kirchweih wurde ursprünglich damit eröffnet, dass ein Vertreter der Obrigkeit mit einem Mädchen aus dem Dorf eine Runde um die Dorflinde tanzte.
An der Wende zum 20. Jahrhundert war dies weitgehend aus der Übung gekommen. Aber den Brauch mit dem Aufstellen des Kirchweihbaumes wurde ausgeübt. Im Gegensatz zu Maibäumen, wie sie im Süden Bayerns üblich sind, hat der fränkische Kirchweihbaum einen ungeschälten und wenig verzierten Stamm. Für die Kärwaburschen symbolisiert er wie der Birkenschmuck an Wirtshäusern Frieden und sollte einen friedvollen Ablauf des Festes garantieren.
Literatur
- Mümmler, Manfred: Brauchtum. Emskirchen 1985.
Gewährspersonen
- 01.08.07, langjähriger Kärwabursche (27)
- 31.08.07, Veranstalter der Bilderausstellung "Bürgleiner Dorfgeschichte"
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